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Letzte Änderung:
10. Juni 2009 13:07:47

Wavefrontlasik

Noch bis vor 5-6 Jahren wurden Sehfehler nur mit den Beschreibungen Weitsichtigkeit, Kurzsichtigkeit und Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) beurteilt. Aber die schnell entwickelnde Technologie hat es ermöglicht, den Sehfehler Punkt für Punkt zu vermessen und diese als mathematische Daten wiederzugeben.

Durch die Einführung der Wellenfrontanalyse oder Aberrometrie in der Augenheilkunde haben sich wesentlich neue Erkenntnisse über die Brechungsverhältnisse des Auges ergeben.

Das Ziel der Wavefront Lasik ist, neben der Korrektur von Fehlsichtigkeiten auch die gleichzeitige Korrektur und Behandlung von Aberrationen des Auges durchzuführen.

Während die bisherigen Untersuchungsmethoden im Wesentlichen die sphärischen und zylindrischen Werte der zentralen Brechkraft bestimmen, messen die Aberrometer den Kurvenverlauf der Hornhautoberflläche sowie die Brechungsverhältnisse der brechenden Medien im gesamten Auge.

Praktisch geschieht das so, dass ein Laser zahlreiche punktuelle Lichtimpulse mit geringer Leistung und exakt ebener Wellenfront in das Auge sendet. (Ablauf der Operation) .

Welchen Vorteil bietet die aberrometrie-geführte Lasik?

Lasik unter Anwendung eines Aberrometers wird in der Euro-Augen-Laser-Klinik auf Wunsch angeboten. Bisher erfolgt die Laserbehandlung mittels Lasik anhand des Meßwertes, der bei der Bestimmung der optimalen Brille oder Kontaktlinse ermittelt wurde.

Dieser Meßwert wird in Dioptrien ausgedrückt, zum Beispiel -3 Dioptrien. Während der Lasikoperation "schleift" der Laser die Hornhaut gleichmäßig, um überall eine Korrektur von -3 Dioptrien zu erzielen.

Zum Teil winzige Unterschiede in der Brechkraft des Auges oder der Hornhaut, die nur in einem Sektor auftreten, werden dabei nicht berücksichtigt. Ein so genanntes Aberrometer ermöglicht ein neuartiges Meßverfahren.

Das Aberrometer bestimmt nicht nur einen Meßwert, zum Beispiel - 3 Dioptrien wie in dem Beispiel oben, sondern es mißt die Brechkraft des Auges an mehr als 50 verschiedenen Punkten und erzeugt eine Art Landkarte, die für jeden Punkt des Auges die Brechkraft exakt angibt.

Mit anderen Worten: statt eines Anzugs der Größe 52 von der Stange wird ein Maßanzug geliefert. Theoretisch ist somit die Messung der Fehlsichtigkeit mittels eines Aberrometers genauer.

Das eigentliche Lasik-Verfahren unterscheidet sich nicht. Die aberrationsgesteuerte LASIK wird seit 2000 angewandt. Es konnte gezeigt werden, dass in einigen Fällen eine Sehschärfe von über 100 % erreicht wurde.

Als Hauptvorteil ist jedoch ein im Vergleich zur "normalen" Lasik besseres Sehvermögen bei Dämmerung und Nacht anzusehen: Bei der aberrationsgesteuerten Lasik kann, vereinfacht ausgedrückt, ein etwas größerer Teil der Hornhaut in einer optimalen Form neu geschliffen werden.

Hierdurch werden die gerade bei weiter Pupille, also in der Dämmerung, nach Lasik auftretenden Halos seltener und weniger störend. Da Halos gerade bei Patienten mit relativ weiten Pupillen und höherer Kurzsichtigkeit auftreten, ist die aberrationsgesteuerte Lasik gerade in diesen Fällen häufig vorteilhaft.
   
So funktioniert die Wellenfront Methode:

Mit dem Aberrometer wird zunächst ein Laserstrahl auf die Netzhaut geworfen. Von diesem Fokus breitet sich nun eine Wellenfront (Wavefront) im Auge aus.

Die durch die Augenlinse und die Hornhaut reflektierten Lichtstrahlen werden nun vom Aberrometer, das über ein Linsensystem mit über 600 Linsen verfügt, analysiert. Besteht keine Fehlsichtigkeit, wird das Licht als geradlinige Wellenfront reflektiert.

Besteht eine Fehlsichtigkeit, ergibt sich eine unregelmäßige Wellenfront, ähnlich einer topografischen Landkarte. Diese Topografie zeigt, wo auf der Hornhaut gelasert werden muss, um den Sehfehler optimal zu korrigieren. Diese Daten werden von dem Laser übernommen und verarbeitet.

Der von der Netzhaut Zurückgestreute Teil des Lichtes wird erfasst und daraufhin überprüft, wie die Wellenfront der Austrittswelle sich verändert hat. Die Wellenfrontverzerrung enthält alle Informationen über die Aberrationen (kleine Unregelmässigkeiten) des Auges insgesamt.

Sollte viel Aberration im Auge oder an der Hornhaut vorhanden sein, bedeutet dies, daß das Auge nicht exakt imstande ist, das einfallende Licht komplett und ideal an der Netzhaut zu bündeln. Entstehen im Bereich der Netzhautmitte viele Brennpunkte oder so genannter hoher Point-Spread-Function, empfindet dies der Patient oft als Blendung, schlechte Kontrastempfindlichkeit und schlechtes nächtliches Sehen. Sollte diese Aberration schon vor der Operation vorhanden sein, müßte diese bei der refraktiven Korrektur mit Hilfe des Lasers berücksichtigt werden.

Würden nur die sphärischen Werte, d.h. zum Beispiel die Kurzsichtigkeit, kombiniert mit den zylindrischen Werten (Hornhautverkrümmung) behandelt werden, würde nachher nach wie vor die Aberration vorhanden sein (ggf. stärker als vor der OP).

Der Patient könnte zwar auf Brille und Kontaktlinsen verzichten, würde aber nach wie vor ein schlechtes Kontrastsehen und evtl. auch Blendungserscheinungen am Abend oder bei dunkler Beleuchtung haben.

Deshalb geht die Zukunft in der Refraktiven Chirurgie mehr und mehr in die Richtung, nicht nur die Fehlsichtigkeit zu korrigieren, sondern auch die Unebenheiten und Aberrationen der Hornhaut zu beseitigen. Große Studien aus Kanada haben gezeigt, daß Patienten, die mit dem aberrometergesteuerten LASIK-Verfahren behandelt wurden, sowohl bei Tageslicht als auch bei dunkler Beleuchtung signifikant besser sahen als Patienten, die mit der herkömmlichen Lasertechnologie behandelt wurden.

Ferner hatten die mit dem aberrometergesteuerten Verfahren behandelten Patienten weniger Probleme mit dem nächtlichem Sehen.

Gelingt es, diese Aberrationen des Auges insgesamt deutlich zu reduzieren, ergibt sich hieraus eine Steigerung des Kontrastsehens, d.h. bessere Sehleistung und eine signifikante Verbesserung unter mesoptischen Bedingungen bei dunkler Beleuchtung, was vom Patienten subjektiv deutlich wahrgenommen wird.

Deshalb müssen sehr genauere Voruntersuchungen des Auges stattfinden, um mögliche Unebenheiten oder Aberrationen im Auge festzustellen.

Außerdem sollte auch eine exakte Pupillenmessung im Dunkeln erfolgen; nicht nur manuell, sondern auch mittels Computer analysierte Messungen. Es sollte immer der größtmögliche Zonendurchmesser bei der Laserbehandlung gewählt werden, der immer größer sein sollte als die Größe der Pupille nach Dunkeladaptation.

Es sollten immer Laser verwendet werden mit sogenanntem Flying-Spot-Modus und mit einem High -Frequenzy-Eyetracker unter Benutzung eines kleinen Spots bis 1 mm.

Die Voruntersuchung vor einem geplanten refraktiven Eingriff erweist sich mehr und mehr als eine komplette Analyse des Auges, wo nicht nur die gewöhnlichen Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Hornhautverkrümmung festgestellt werden, sondern auch die Diagnose von möglichen Aberrationen des Auges insgesamt, die dann quantitativ analysiert werden müssen und ggf. behandelt werden müssen.

Da es mit Brille und Kontaktlinsen nur möglich ist die Kurzsichtigkeit und die Hornhatverkrümmung zu korrigieren, jedoch nicht die Aberrationen des Auges, ergibt sich insgesamt nach der Operation, mit Hilfe der aberrometergesteuerte LASIK eine deutliche Verbesserung der Sehqualität im Vergleich zur früheren Sehqualität beim Tragen einer Brille oder Kontatklinsen.




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